Pelmke Noisette mit Alex Hirsch

Do 08.03.2018, 20:00 - 23:00 Uhr
Eintritt: frei // Hutspende erwünscht

Ein Schallsignal lauft durch „So weit“. Beep. Beep. Beep. Alexander Hirsch und Alin Coen
scheinen gemeinsam in einem U-Boot zu sitzen. Singend schwimmen sie durch Gitarrenklange und
ein Meer von Moglichkeiten. „Ist das nicht die Tiefe, die wie dein Herzschlag klingt“, singfragen
sie, und wissen schon, die Moglichkeiten mogen viele sein, unendlich sind sie aber nicht. Denn egal
wo man unterwegs ist, ob Meer, ob Wuste, ob Amazonasdelta, so sagt der Song, man bleibt doch
immer bei sich und wird das, was man sowieso ist.
Im Falle von Alexander Hirsch ist das ein ausgezeichneter Singer-Songwriter. Der Weg des
Wahlhamburgers beginnt in einem Pfarrhaus auf dem Land. Mit sieben spielte er Klavier und
Gitarre und sang mit der Mutter im Chor. Als Teenager ist er Schlagzeuger in einer Punkband.
„Dass ich einen kunstlerischen Weg einschlagen werde, war mir schon immer klar, aber wie das
funktionieren sollte, wusste ich lange nicht“, sagt Hirsch. Er machte sich auf die Suche, zog nach
Leipzig, wo er Musikwissenschaft und Germanistik studierte.
Beide Facher hort man seiner Musik heute an. Denn Alexander Hirsch schreibt Songs voll
unverbrauchter Metaphern und ist damit einer der wenigen deutschen Texter, der Pop-Fabeln
(„Einmal Pinguine seh’n“) uber fliegende Fische schreiben kann, ohne dabei auch nur einen Hauch
nach Kitsch zu klingen. In Hamburg besuchte Hirsch den renommierten „Popkurs“ der Hochschule
fur Musik und Theater, aus dem u.a. Wir Sind Helden und Peter Fox hervorgingen. Danach traute er
sich den letzten Schritt zu gehen: sein erstes Album aufzunehmen.
„Hier draußen“ heißt es, und es ist ein charmant verspielter Mix aus Selbstfindung, Tierfabel und
ernsteren Tonen, wie dem wunderbar Silben skippenden „Feuer“, das Hirsch aus der Sicht eines
Jungen im Krieg singt.
Fur seine zweite Single „So weit“ konnte Hirsch gleich Alin Coen gewinnen, von der er selber
lange Fan war. Alexander Hirsch schrieb, Alin Coen sang. „So weit“ ist charmanter Folkpop, der in
seinen Zeilen Erdbeermilch mit Spucke verwischt, ohne dabei zu suß zu sein.
Das Album hat Hirsch mit seinen Musikern in dem Hamburger Ton Hotel Studio aufgenommen
und selbst produziert. „Eine leichte Entscheidung war das nicht“, sagt er. Der treibende Song „Lauf
Junge“ ist wahrend der Aufnahmen entstanden. „Er sollte mir Mut machen, darauf zu vertrauen,
dass ich keinen Produzenten brauche, dass ich das kann, genau das rausbringen, was schon lange in
mir gart.“
Das Video zum Song drehte Hirsch gemeinsam mit einem der erfolgreichsten deutschen
Marathonlaufer, Philipp Pflieger, auf Lanzarote. Pflieger, der zuletzt bei den Olympischen Spielen
in Rio lief, lauft hier durch karge Vulkanlandschaft, wahrend Hirsch singt: „Das ist dein Weg und er
ist weit, und jetzt gerade schwer, dann puste durch und nimm dir die Zeit.“
Alexander Hirsch macht die Musik, die viele in den Charts gerade machen wollen, nur ist Hirsch
kein großes Team, kein Major, keine Marketing-Strategie. Er ist er. Einfach ein Junge und seine
Geschichte – und die lauft ab jetzt.