Der Butler (OmU)

Do 04.05.2017, 19:30 Uhr

USA 2013, Regie: Lee Daniels, 132 Min, OmU (Englisch), Darsteller: Forest Whitaker, Oprah Winfrey, John Cusack u.a. FSK 12
Berührendes Drama über die turbulent-leidvollen Jahre der US-Amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und die wahre Lebensgeschichte Eugene Allens, der im Weißen Haus zwischen 1957 und 1986 unter acht Präsidenten diente. Prominent besetzt mit Forest Whitaker, Oprah Winfrey, John Cusack und den verstorbenen Robin Williams und Alan Rickman in einer ihrer letzten Rollen.
In Kooperation mit der VHS Hagen.

Filmkritik PROGRAMMKINO.DE:

Die USA in den 50er Jahren. Der Rassismus ist vor allem im Süden noch sehr stark. Verbrechen an den Schwarzen sind an der Tagesordnung. Unbegreiflich, aber wahr.
Der Vater des jungen Cecil Gaines wird ermordet, weil er sich wegen der Vergewaltigung seiner Frau durch einen Weißen wehren wollte. Cecil wird in der Familie des Mörders zwar bald zum „Housenigger“, verlässt aber später den Süden. Weil er sich – ohne Schulbildung – den Beruf des Kellners und Butlers mit großer Gewissenhaftigkeit aneignet, schafft er es bis zum Butler im Weißen Haus. Von 1957 bis 1986 betreut er dort nicht weniger als sieben Präsidenten. Das Beste daran: Es handelt sich um eine – kinomäßig ausgeschmückte – wahre Geschichte.

Seine Frau Gloria hält trotz familiärer Schwierigkeiten zu ihm, sein jüngster Sohn fällt im Vietnam-Krieg. Mit dem älteren Sohn, Louis, geht es nicht gut. Im Gegensatz zu seinem Vater, der schon von seiner Stellung her sich mit der rassistischen Ungerechtigkeit arrangiert, gehört Louis zu denjenigen, die aufstehen, demonstrieren, kämpfen, die lieber sterben als weiterhin Sklaven zu sein. Martin Luther King oder Malcom X stehen beispielhaft dafür. Die Familie Gaines ist jahrelang tief gespalten.

Die Präsidenten kommen und gehen: Eisenhower, Kennedy, Johnson, Carter, Nixon, Reagan und wie sie alle heißen.

In Cecil reift erst spät die Überzeugung, dass sein Sohn sich für die menschlich und politisch richtige Sache einsetzte. Und dann im Alter die Krönung: ein farbiger Präsident.
Weltgeschichte katalysiert in einer Familiengeschichte, das gibt es oft. Hier ist es besonders gut gelungen. Cecil, seine Frau und der rebellische Sohn auf der einen Seite, der Aufstand der schwarzen (und teilweise weißen) Massen gegen den Rassismus, gegen den Vietnam-Krieg, gegen das menschenverachtende Establishment auf der anderen. Viele für das Thema typische Szenen, manche Archivaufnahmen, 50 Jahre dramatische US-Geschichte. Von Skript und Regie her ebenfalls ein Wurf.

Und was für eine Besetzung! Oscar-Preisträger noch und noch. Forest Whitaker, Jane Fonda, Cuba Gooding jr, Vanessa Redgrave, Robin Williams, dazu Oprah Winfrey, John Cusack, Lenny Kravitz usw. Einen besseren Schauspielerstab gibt es nicht. Absolute Spitze: Forest Whitaker als Cecil Gaines.

Thomas Engel