Arme Roma, Böse Zigeuner: Was an den Vorurteilen stimmt

Mi 18.10.2017, 19:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr

Arme Roma – Böse Zigeuner
Vortrag von Norbert Mappes-Niediek

Die Diskussionen in Hagen über die Zuwanderung aus dem Südosten der EU werden über die sozialen Medien sehr populistisch geführt, die Wucht der Vorurteile ist hier besonders heftig. Auch in der Presse und in einigen Stadtteilen ist das soziale Leben mitgeprägt durch das Thema innereuropäische Zuwanderung, die Diskussionen laufen häufig sehr plakativ und teils eindimensional.
Die Zuwanderung, vor allem aus Rumänien und Bulgarien nach Hagen sind seit der Arbeitnehmerfreizügigkeit der EU deutlich gestiegen und stellen momentan, neben der Fluchtmigration den größten Teil der Zuwanderung dar. Laut einer Studie der In-tegrationsagentur und Berichten der Caritas fühlt sich eine Mehrheit der Zuwande-rer_innen den Roma zugehörig.
„Arme Roma, böse Zigeuner“ ist der provokative Titel des Buches von Norbert Mappes-Niediek, er beschreibt mit einem differenzierten Blick die Lebenssituationen und Einstel-lungen von „Roma“.
Warum kommen die Roma in Osteuropa aus ihrem Elend nicht heraus? Sind sie arm, weil sie diskriminiert werden, oder werden sie diskriminiert, weil sie arm sind? Sind sie arbeitsscheu, kriminell und womöglich dümmer als andere? So wird oft gefragt, wenn auch meistens hinter vorgehaltener Hand. Und die Antwort kennt man natürlich: »typisch Roma«.
Der langjährige Balkan-Korrespondent Norbert Mappes-Niediek unternimmt einen Faktencheck und kommt zu überraschenden Befunden. Zugleich kritisiert er die europäische Roma-Politik und die von ihr beförderte „Gypsy industry“ fundamental und zeigt alternative Wege auf.
Norbert Mappes-Niediek lebt seit 1992 als freier Korrespondent für Österreich und Süd-osteuropa in der Steiermark/Österreich. Von 1994-95 war er als Berater des UNO-Sonderbeauftragten für das ehemalige Jugoslawien, Yasushi Akashi tätig. Er schreibt u. a. für die Frankfurter Rundschau, Standard (Wien) NRC Handelsblad (Rotterdam).