Klarsichtkino: Durchblick im Globalisierungsdschungel


Nicht zuletzt die Finanzkrise zeigt das Scheitern der neoliberalen Politik, die in allen Teilen der Welt zu sozialer Unsicherheit, ökologischen Problemen und Nahrungsmittelengpässen führt. In der Filmreihe KLARSICHTKINO werden Dokumentationen und Spielfilme gezeigt, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit den drängenden Problemen einer zunehmend privatisierten und globalisierten Welt beschäftigen. Dabei vermitteln die ausgewählten Filme Zusammenhänge und Hintergründe, stellen Fragen und zeigen manchmal auch Möglichkeiten des Widerstands gegen Ausbeutung, Entrechtung und Umweltzerstörung auf. Jeder Abend wird von einem der Kooperationspartner begleitet und im Anschluss an die Vorführung besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Für interessierte Gruppen und Schulklassen können wir in der Spielwoche auch vormittags  Termine anbieten.

Download des Programm-Flyers


Filmübersicht 2010/2011

Do 22.09.      19.00             Memoria del Saqueo

Do 20.10.      19.00             Water Makes Money

Do 17.11.      19.00             Mein Herz sieht die Welt schwarz

Do 15.12.      19.00             China Blue

Do 19.01.      19.00             Life in a Day - Das ganze Leben an einem Tag

Do 16.02.      19.00             Strategie der Schnecke

Do 15.03.      19.00             Wadans Welt - Von der Würde der Arbeit

Do 19.04.      19.00             Wir schaffen das schon

Do 17.05.      19.00             Kaltes Land

 

 

Memoría del Saceo – Chronik einer Plünderung

Donnerstag, 22.09.2010, 19.00 Uhr, 3 €
Präsentiert von: Attac

Memoría del SaceoArgentinien 2004, R: Fernando Solanas, Dokumentarfilm, OmU (spanisch), 114 Min.

Der Altmeister des lateinamerikanischen Kinos, Fernando Solana, beschreibt in diesem  beeindruckenden Film die katastrophalen Auswirkungen der Globalisierung. Er zeichnet die argentinische Finanzkrise nach und zeigt beispielhaft auch für andere Länder die Folgen neoliberaler Politik. Dabei arbeitet er mit Interviews und Archivmaterial, um die Korruption und Verschwendung öffentlicher Gelder in Privatisierungen zu thematisieren. Er setzt bei den Volksaufständen in Argentinien an, um zurückzublenden auf die Geschichte, die das reiche Land ruiniert hat und zeigt so, wie die Welt der Globalisierer funktioniert: Flexibilisierung der Arbeit, Arbeitszeitverlängerung, Privatisierung.

Water Makes Money

Donnerstag, 20.10.2010, 19.00 Uhr, freier Eintritt!
Präsentiert von: Die Grünen

water makes moneyDeutschland 2011, R: Leslie Franke, Herdolor Lorenz, Dokumentarfilm, 85 Min., mit Marc Laimé, Jean Luc-Touly u.a.

Seit ihrem letzten Film  WASSER UNTERM HAMMER hat sich die Situation um die Privatisierung der Wasserversorgung noch verschärft: Überall auf der Welt, wo klamme Kommunen Geld suchen, klopfen die französischen Weltwassergiganten Veolia & Suez an die Tü und bieten Geschäftsmodelle unter den Decknamen „PublicPrivatePartnership“ oder „Crossborder leasing“ an. Allein Veolia hat es innerhalb der letzten 10 Jahre geschafft, in 460 deutschen Kommunen die Wasserversorgung zu übernehmen oder an ihr beteiligt zu werden. Sie sind damit der größte Wasserversorger in Deutschland und weiten Teilen Europas, aber auch mit Beteiligungen in China und den USA global gut aufgestellt. Die nachhaltigen Folgen -  u.a. von sauberem Wasser abgeschnittene Armenviertel und trockene Wasserhähne in London,  sind mittlerweile bekannt. Die Dokumentation beleuchtet die aktuelle Entwicklungen und zeigt, wie gerade in Frankreich mehr als hundert Gemeinden für die Wiedererlangung der Kontrolle über die Wasserversorgung kämpfen.

 

Mein Herz sieht die Welt schwarz – Eine Liebe in Kabul

Donnerstag, 17.11.2010,  19:00 Uhr, freier Eintritt!
Präsentiert von: Friedenszeichen Hagen

mein herzDeutschland 2009, R: Helga Reidemeister, Dokumentarfilm, OmU (Dari und pashtu), 87 Min.

Hossein und Shaima lieben sich seit ihrer Kindheit. Durch den Krieg voneinander getrennt, finden sie erst im Kabul der 90er Jahre wieder zueinander. Aber Hossein wird als Soldat durch einen Granatssplitter schwer verletzt, während Shaima als vierte Ehefrau an einen 40 Jahre älteren Mann verkauft wird. In Bedrängnis und Angst vor drohender Rache der streng mittelalterlichen Stammesgesetze versuchen Hossein und Shaima unter schwierigsten Umständen, ihre Liebe zu leben und sich gegen den Willen ihrer Familien so oft wie möglich zu sehen. Ein Film über ein von Kriegen und Machtkämpfen zerriebenes Land und die berührende Geschichte einer unmöglichen Liebe. „Ein interessanter Dokumentarfilm über eine "Ecke der Welt", die uns so tief - seelisch, politisch, individuell - noch nie erreicht hat“ (dradio).

 

China Blue

Donnerstag, 15.12.2010, 19:00 Uhr, 3 €
Präsentiert von: DGB-Jugend

china blueUSA 2005, R:  Micha X. Peled, 88 Min.

Der amerikanische Dokumentarfilmer Micha X. Peled am Fall einer chinesischen Jeans-Fabrik, was der abstrakte und viel zitierte Begriff Globalisierung im Konkreten bedeuten kann. Unter menschenunwürdigen Bedingungen produzieren die dortigen Arbeiter Kleidung, die in alle Welt exportiert wird, um schließlich in den Regalen der großen Einzelhändler und Bekleidungsketten zu landen. Für einen Stundenlohn von sechs Cent verkaufen sie ihre Arbeitskraft und Gesundheit. Exemplarisch porträtiert Regisseur Peled einige Jugendliche, die bis zur Erschöpfung arbeiten und…

 

 

Life in a Day - Das ganze Leben an einem Tag

Donnerstag, 19.01.2011, 19:00 Uhr, 3 €
Präsentiert von: AllerWeltHaus

life in a dayGB 2010, Regie: Kevin Macdonald + ca. 300 you tube-Nutzer, Produzent: Ridley Scott, Dokumentarfilm, 95 Min,

Über die Internetplattform youtube wurden Menschen in aller Welt dazu aufgefordert, am Samstag den 24. Juli 2010 Szenen aus ihrem Leben zu filmen und die Clips einzusenden. Die Produzenten Kevin MacDonald und Ridley Scott folgten bei der Montage des Materials der Struktur eines Tages und formten aus etwa 4.500 Stunden Material die Symphonie des globalen Dorfes. Berauschend orchestriert erinnert diese polyphone Doku an berühmte filmische Vorbilder wie „Berlin – Die Symphonie einer Großstadt“ oder „Koyaanisqatsi“.

Das Internet auf wunderbare Weise nutzend, vereint diese einmalige Doku  Bilder aus aller Welt zu einem globalen, humanistischen Projekt und zeigt ungesehene Einblick in Lebensweisen fremder Kulturen. Es zeigt aber auch die zunehmende Auflösung regionaler Unterschiede in einer mehr und mehr gleichförmigen Welt, in der Menschen aller Lände praktisch identische Tätigkeiten ausüben.

 

Strategie der Schnecke

Donnerstag, 16.02.2011, 19:00 Uhr, 3€
Präsentiert von: GEW

strategie der schnecke(La estrategia del caracol) Kolumbien 1993, R: Sergio Cabrera, 115 min, OmU (Spanisch).

DIE STRATEGIE DER SCHNECKE erzählt, wie sich Menschen fröhlich, intensiv und phantasievoll gegen Willkür wehren: Der neue Besitzer eines alten Miethauses in einem Vorort von Bogotá droht den Bewohnern mit  Rauswurf. Doch hier leben schon seit  Jahren eine Reihe liebevoller Menschen zusammen, die sich trotz der drangvollen Enge in diesem Haus  heimisch fühlen. Sie alle besitzen keine Chance, aber sie nutzen sie. Denn der Anarchist  Jacinto entwickelt einen schlitzohrig-genialen Plan, wie man die noch verbleibende Zeit bis  zur Frist nutzen kann: die Strategie der Schnecke... Wie noch nie zuvor zeigt dieser Film die kolumbianische Hauptstadt, das reale Bogotá, mit einer Schönheit, die aus seinen Widersprüchen kommt, aus  seinem Elend und aus  seinem menschlichen Reichtum.

 

Wadans Welt - Von der Würde der Arbeit

Donnerstag, 15.03.2011, 19:00 Uhr, 3€
Präsentiert von: IG Metall 

wadans weltDeutschland 2010, R: Dieter Schumann, Dokumentarfilm,105 min, FSK 6

Wismar, 120 km östlich von Hamburg, 45.000 Einwohner, das Einkommen jeder dritten Familie hängt von der Wadan Werft, dem einzigen Großbetrieb in der Region ab. Im August 2008 übernimmt ein russischer Investor den Traditionsbetrieb, die Zukunft der Werft scheint gesichert. Kurz danach trifft die Finanz- und Wirtschaftskrise, irgendwo im fernen Amerika begonnen, die alte  Hansestadt mitten ins Herz, 5.000 Arbeitsplätze sind bedroht. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

 

 

Wir schaffen das schon

Donnerstag, 19.04.2011, 19:00 Uhr, 3 €
Präsentiert von: Linker Dialog
 

das schaffen wir schonItalien 2008 (Si può fare), R: Giulio Manfredonia, 111 Min., OmU (italienisch), mit Claudio Bisio, Andrea Bosca, Anita Caprioli u.a.

Mailand in den 80 Jahren. Der Gewerkschaftler Nello wird von seiner Organisation zu einer Spezialaufgabe verdonnert: er soll sich um einige Ex-Psychiatrie-Patienten kümmern, die nach der Auflösung ihrer Psychiatrie eine Kooperative gegründet haben. Sie stehen unter der Fuchtel eines Arztes, der sie ruhigstellt und stumpfsinnig Briefe frankieren lässt. Nello ist überzeugt, dass eine richtige Arbeit ihnen eine neue Würde geben könnte. Es gelingt ihm, sie zum professionellen Verlegen von Parkettböden auszubilden. Mit erstaunlichen Erfolgen, doch es sind auch jede Menge Schwierigkeiten zu meistern...Mit viel Situationskomik und einem Schuss Tragik zeigt der Film die turbulenten Abenteuer einer ungewöhnlichen Kooperative auf ihrem Weg zurück ins Leben. "Wir Italiener glauben an die Kraft des Kollektiven. Meine Protagonisten schaffen es, weil sie zu einer gut funktionierenden Gemeinschaft werden, darin liegt ihre Stärke". G. Manfredonia

 

Kaltes Land

Donnerstag, 17.05.2011, 19:00 Uhr, 3 €
Präsentiert von: ver.di-Jugend

kaltes landUSA 2005, (OT: North Country), R: Niki Caro, DF, 126 Min.,  Charlize Theron, Frances McDormand, Woody Harrelson, u.a.

Ende der 80er steht Josey Aimes (Charlize Theron) vor den Trümmern ihrer Ehe und muss, um sich und die beiden Kinder in ihrer Heimatstadt im Norden Minnesotas wirtschaftlich über Wasser zu halten, als einfache Arbeiterin im Bergwerk anheuern. Dort betrachten männliche Kollegen und Vorgesetzte die wenigen weiblichen Angestellten als Freiwild. Als Josey sich gegen die rabiaten Belästigungen schließlich juristisch zur Wehr setzt, schlägt der Konzern mit aller Härte zurück. Auf einer wahren Geschichte basierendes Gerichtsdrama über Gleichberechtigung von Frauen in einer von Männerspielregeln bestimmten Welt, mit einem starken Ensemble inszeniert.


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Kulturzentrum Pelmke
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