Dopingskandal beim Antifa Fußballturnier
Bereits am Abend vor dem eigentlichen Turnierbeginn wurden Spieler dabei beobachtet, wie sie literweise aufputschende Getränke zu sich nahmen. Dabei machte es den so genannten Sportlern auch nichts aus, dass sie bei ihrem Treiben von zahlreichen Besuchern des Kulturzentrums beobachtet werden konnten. Vor allem die Mannschaften aus Ostberlin und Stuttgart agierten völlig hemmungslos bis in die frühen Morgenstunden.
Bei Turnierbeginn um 11 Uhr zeugten tiefe Furchen, in Kombination mit geradezu tappertesken Tränensäcken, von den Strapazen der Nacht. Folgerichtig waren bereits um diese Zeit Sportgetränke auf Hopfenbasis heiß begehrt. Doch es soll nicht verschwiegen werden: Fußball gespielt wurde auch. 16 Mannschaften hätten es sein sollen, die in vier Gruppen um den Sieg kicken, doch leider sagte unsportlich kurzfristig ein Team wenige Minuten vor dem ersten Anpfiff ab. So waren es eben nur 15, die zeigten was Hobbyfußball zu bieten hat. Die einen stolperten orientierungslos aber engagiert über den Platz, während den anderen der unbedingte Wille zum Turniersieg anzumerken war. Eine gute Kombination aus guter Laune und angemessenem Ehrgeiz boten dabei die späteren Sieger vom „Team Ahoi“. Ständig schallten ihre Schlachtgesänge über den Sportplatz Waldlust und allen Anwesenden war klar, dass dann wieder eine Runde ihres eigentlich ungenießbaren gewöhnungsbedürftigen Aufbaugetränks vernichtet wurde. Aus sportmedizinischer Sicht war gegen die Kombination aus Brauspulver und Alkohol allerdings nichts einzuwenden.
Knapp an einer Sensation vorbei schrammten die Kicker von „Spermizid Geweke“, als sie die Titelverteidiger der „Pelmke Stars“ in der Vorrunde an den Rand einer Niederlage brachten. Doch während sich die Stars von diesem Schock schnell wieder erholten und stramm bis ins Endspiel marschierten, war bei den Gewekern nach dieser Kraftanstrengung die Luft raus. Sie erreichten nur knapp ihr selbst gestecktes Ziel, das Turnier nicht auf dem letzten Platz zu beenden.
Die Mannschaft mit dem jüngsten Spieler waren die Jungs von „Könnix“. Leon, wenn ich mich recht erinnere gerade mal acht Jahre alt und Torschützenkönig bei der Bolz-WM, war auch beim Antifa Fußballturnier eine sicher Bank. Die Opas Traditionsspieler von Könnix haben die Zeichen der Zeit erkannt und den Generationswechsel eingeläutet. In spätestens zwei Jahren sitzen die Spieler der vergangenen Jahre wahrscheinlich nur noch auf der Bank, trinken Bier und machen dumme Sprüche. Gut, Fachleute behaupten, dass sie das ja noch nie anders gemacht haben.Eine weitere Mannschaft die immer für den Titel gut ist, sind die „Roten Hosen Ostberlin“. Doch auch hier nagt der Zahn der Zeit an so manchem Spieler, durchgemachte Nächte fordern ihren Tribut und die ein oder andere Sportzigarette liegt auf den Alveolen. Gut dass auch hier der erste Nachwuchsspieler eingesetzt wurde, so reichte es am Ende noch zu Platz fünf.
Nach einem kurzen Regenschauer kurz vor dem Endspiel kam es dann zu eben jenem. Auf schwerem Geläuf siegte Jugend über Erfahrung, das „Team Ahoi“ schlug die „Pelmke Stars“. Die Brausetruppe erreichte mit ihren Gesängen ungeahnte Dezibelwerte und feierte zu recht.
Nach der obligatorischen Siegerehrung im Saal der Pelmke ging es dann genau so weiter, wie das Wochenende rund 24 Stunden zuvor begonnen hatte: Es wurde hemmungslos gedopt, bis in die frühen Morgenstunden getanzt und natürlich ein ums andere Mal an diversen Heldenepen gestrickt.
Schlusstabelle:
1. Team Ahoi
2. Pelmke Stars
3. Stacheltek
4. Ohrschellen 05
5. Rote Hosen Ostberlin
6. Hagen Rocks
7. Könnix
8. Antifa Hagen
9. Discordia Schürrepoetz
10. Hobby Damen
11. Grobmotoriker
12 FC Narkose
13. Lokomotive Stuttgart
14. Spermizid Geweke
15. Koma Kolonne
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